Die Bausteine unseres Lernkonzepts

Das Ziel unsere Arbeit ist, dass du eine gute Tangotänzerin /ein guter Tangotänzer wirst und dich kontinuierlich weiter entwickeln kannst. Wir möchten, dass du auf einer Milonga die beste Werbung für unsere Schule wirst. Wir möchten dass du von allen anderen Tänzern und Tänzerinnen in der Region als ein wünschenswerter Tanzpartner geschätzt wirst.

Wir erreichen dieses Ziel mit einem Lernkonzept, der aus vielen Bausteinen besteht. An dieser Stelle stellen wir dir die Kernelemente unseres Lernkonzepts vor.

Nr. 1 Die Musikalität

Wir malen die Musik mit unseren Füßen

Weißt Du, wir sind Maler. Wir malen die Musik mit unseren Füßen.

(Carlos Gavito)

Musikalität ist erlernbar, einfach zu trainieren und ab dem ersten Tag das wichtigste Thema in unserem Unterricht. Wir tanzen lieber einfache Elemente musikalisch als akrobatisch interessante Muster ohne Bezug zur Musik.

Am Anfang wirst du dich konzentrieren müssen, um den Beat zu identifizieren und danach zu tanzen. Irgendwann tanzt du unbewusst „in der Musik“ und die Musikalität wird zu einem wesentlichen Teil deines Tanzen.

Das wirklich Wichtige ist nicht unbedingt sichtbar.

Musik besteht aus Phrasen. Im Tango haben die Phrasen in der Regel eine Länge von 8 Zeiten.
Der Beat ist entscheidend. Wenn die Akzente in unserer Bewegung synchron mit dem Beat sind, fühlt sich das gut an, das Tanzen wird angenehm und harmonisch.

Im folgenden Lernvideo machen wir die Struktur der Phrasen und die einzelnen Beats sichtbar und tanzen dabei einen einfachen Grundschritt.

Die tollsten Bewegungen sind andererseits nichts Wert, wenn Bewegung und Musik nicht harmonisch mit einander verknüpf werden.

In der Karikatur wird Osvaldo Pugliese als „die Musik“ dargestellt.


Viele fragen sich: Wann kommt diese Leidenschaft, die man mit dem Tango assoziiert? Das Tango-Feeling? Wann wird sich mein Tanz feurig anfühlen und temperamentvoll?

Als Anfänger brauchst du etwas Geduld: Zu aller erst kommt die Musik, dann deine Haltung und dein sicheres Gleichgewicht, die gute Kommunikation mit deinem Tanzpartner/-Partnerin und dann, wenn du zu den Glücklichen gehörst, wirst du irgendwann dieses Gefühl erleben, das manche „Schweben“ nennen. Du wirst dich eins fühlen mit deinem Tanzpartner und mit der Musik und alles andere wird aus deinem Bewusstsein für ein Paar Sekunden ausgeblendet. Danach wirst du immer wieder dieses Gefühl suchen.

Das ist der Anfang deiner Tango-Sucht. Eine Sucht, die nur positive Nebenwirkungen hat.

Modularität des Unterrichts

Tango ist Leidenschaft und Temperament. Wie passt das mit etwas so kühl wie „Modularität“ zusammen?

Das Feeling des Tangos und das Feeling des „Schwebens“ können nur dann entstehen, wenn wir gar nicht darüber nachdenken, was wir tanzen, sondern einfach nur tanzen.
Indem wir einfach die Musik durch unser Gehör direkt in unsere Körperbewegungen fließen lassen entsteht das Eins-Sein mit der Musik, dem Tanzpartner und den anderen Tanzenden.
Es hat sehr viel mit Improvisation und Kommunikation zu tun.

Das Bild zeigt einen wunderschönen Tango-Moment mi der Tänzerin Rita Caldas – verewigt im Tangokalender 2015 von Oliver Richter.

Um richtig improvisieren zu können, braucht vor allem der Mann eine große Auswahl an Werkzeugen, die er sofort, ohne zu denken, einsetzen kann.

Aus einfachen Elementen entstehen größere Werke

Diese Tools oder Tanz-Elemente nennen wir Module. Es sind i.d.R. einfache Sequenzen oder Bewegungsmuster, die wir durch häufiges Training in unser Körpergedächtsnis integrieren. Wir können sie auch als Lego-Bausteine verstehen, aus denen die unterschiedlichsten Musik-Interpretationen entstehen können.

Wir trainieren an jedem Unterrichtstag Tag ein Modul, eine Sequenz, ein Bewegungsmuster, den man mit unendlich vielen anderen kombinieren kann. Meistens können wir im Unterricht auch einige Kombinationen zeigen.

Je häufiger und gekonnt wir diese Module tanzen, desto fähiger sind wir zu improvisieren, zum Kombinieren.

Wenn wir viele dieser Module in unser Körpergedächtnis integriert haben, können wir sekundenschnell die Musik kreativ umsetzen, der Mann kann schnell und deutlich führen, die Frau elegant und präzise ausführen und mit gekonnten Verzierungen der Interpretation den letzten Schliff geben.